Problematik Zahnspangen

Vorher: Profilergebnis einer Patientin, bei der andernorts nach kieferorthopädischer mehrjähriger Behandlung ein sog. bimaxillärer Eingriff, d. h. eine Operation des Ober- und Unterkiefers gemacht wurde. Die Zahnstellung ist normal.
Vorher

Profilergebnis einer Patientin, bei der andernorts nach kieferorthopädischer mehrjähriger Behandlung ein sog. bimaxillärer Eingriff, d. h. eine Operation des Ober- und Unterkiefers gemacht wurde. Die Zahnstellung ist normal.

Nachher: Zustand nach erneuter Operation durch Prof. Sailer (Rotation Advancement des Ober- und Unterkiefers, bimaxillary advancement), wobei ein attraktives Vorgesicht (Anteface nach Prof. Sailer), wie präoperativ geplant, erzielt wurde.
Nachher

Zustand nach erneuter Operation durch Prof. Sailer (Rotation Advancement des Ober- und Unterkiefers, bimaxillary advancement), wobei ein attraktives Vorgesicht (Anteface nach Prof. Sailer), wie präoperativ geplant, erzielt wurde.

Vorher
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Millionen von Kindern und Jugendlichen tragen Zahnspangen, damit sie später beim Lächeln zwei makellose Zahnreihen zeigen können. Brackets und Headgear zwingen die schräg stehenden Zähne über Monate und Jahre sanft in die gewünschte Stellung. Manchmal werden gar einzelne Zähne gezogen, um den verbleibenden Zähnen genügend Raum für schöne Zahnreihen zu geben.

Behandlung bei skelettalen Wachstumsstörungen

Bestehen jedoch skelettale Wachstumsstörungen, z. B. ein zu kleiner, zurückliegender Unterkiefer oder zurückliegender Oberkiefer, sollte zur Behandlungsplanung ein Spezialist für Kiefer- und Gesichtschirurgie zugezogen werden. Durch Zahnspangen werden im Wesentlichen Zahnstellungsstörungen korrigiert. Durch chirurgische Massnahmen wird dagegen die falsche Stellung der Kiefer normalisiert, nicht aber werden Zahnstellungsstörungen behoben.

Beispiel einer Behandlung

An einem Beispiel möchten wir zeigen, wie wichtig bei sehr kleinem Unterkiefer die kombinierte chirurgisch-kieferorthopädische Behandlung ist. Bei der Patientin wurde trotz kleingewachsenem Unterkiefer eine alleinige Zahnspangenbehandlung durchgeführt. Im Ober- und Unterkiefer waren Zähne gezogen worden und die korrekt stehenden oberen Frontzähne durch Rückbewegung an die Fehlposition der Frontzähne des zurückliegenden Unterkiefers angepasst.

Danach bestand zwar eine sehr schöne Zahnokklusion, aber das Aussehen der Patientin entwickelte sich höchst unattraktiv. Erst die chirurgische Vorverlagerung der Kiefer, viele Jahre nach der kieferorthopädischen Behandlung, brachte eine attraktive Gesichtsform mit sog. geraden Vorgesicht (Anteface nach Prof. Sailer), wobei die Zahnstellung völlig identisch blieb.

Zwei-Phasen-Behandlung

Eine Behandlung bei zu kleinem Unterkiefer oder anderen skelettalen Wachstumsstörungen der Kiefer sollte durch ein gut durchdachtes Konzept geplant werden, d. h., eine umfassende Aufklärung sollte immer jeweils durch den Kieferorthopäden und den Kiefer- und Gesichtsspezialisten erfolgen. Die Eltern müssen darüber aufgeklärt werden, dass oft nur eine Kombinationsbehandlung zu einem befriedigenden ästhetischen und funktionellen Resultat führt.
Während der Zwei-Phasen-Behandlung wird zunächst für ca. 6 bis 24 Monate, je nach Zahnsituation, eine Zahnspange getragen. Danach macht der Gesichtschirurg eine Kieferumstellungsoperation, d. h. der Kiefer wird mittels chirurgischer Massnahmen entsprechend der Modelloperation millimetergenau richtig positioniert.
Bei diesen Eingriffen handelt es sich um Routineoperationen. Mädchen können etwa mit 16 Jahren operiert werden, Jungen etwa mit 18 Jahren. Besonders wichtig ist die Planung. Sie wird mit einem Fernröntgenbild und einer Operationssimulation geplant und beeinflusst das Resultat wesentlich. Die eigentliche Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Schwierigkeitsgrad und möglichen Zusatzoperationen wie Nasenkorrekturen o. ä. drei bis fünf Stunden. Dabei können die Kiefer dreidimensional in jede beliebige Position gebracht werden.
Sind die Kiefer richtig positioniert, werden sie mit kleinen Schrauben fixiert. Da der Eingriff von der Mundhöhle her erfolgt, entstehen keine sichtbaren Narben. Der Patient bleibt ca. vier bis sechs Tage in der Klinik. In den ersten Tagen ist das Gesicht oft stark angeschwollen. Auf Grund unserer jahrzehntelangen Erfahrung im perioperativen Management hat der Patient keine Schmerzen.

Nachher
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Nach der Operation

Zwei bis drei Wochen ernährt sich der Patient von pürierter und flüssiger Kost, danach kann er in den Alltag zurückkehren, also auch wieder arbeiten. Abszessbildungen kommen extrem selten vor, zumal immer eine Antibiotikaprophylaxe verabreicht wird und besonderes Gewicht auf eine perfekte Mundhygiene gelegt wird. Die Immunabwehr in der Mundhöhle ist besonders hoch.
Der Nerv, der im Unterkiefer unter den Zahnwurzeln entlang verläuft, wird manchmal irritiert, erholt sich aber innert einiger Wochen bis Monaten. Um Nervirritationen zu minimieren, verwenden wir bei der Operation das Piezogerät, dessen Ultraschall zwar den Knochen durchtrennen kann, aber keine Weichteilstrukturen wie den Unterkiefernerv. In extrem seltenen Fällen kann es laut Literaturangaben zu einem bleibenden Gefühlsausfall im Unterlippenbereich kommen.
Die Operation kann auch in späteren Jahren durchgeführt werden. Dies führt dann gleichzeitig zu einer Optimierung des Alterungsprozesses. Damit endet für viele Menschen ein langer Leidensweg der Alterung mit Hängebäckchen und Doppelkinn, indem einerseits das Aussehen optimiert wird und andererseits die Atem-, Kau- und Sprechfunktion verbessert werden kann. Durch die Optimierung des Aussehens werden immer das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit gestärkt. Dadurch verändert sich oft nicht nur das Privatleben des Patienten zum Positiven, sondern auch im Beruf steigen durch die sichtbare Verbesserung der Physiognomie die Erfolgsaussichten. Es entsteht ein neues Lebensgefühl.

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