Schönheitsoperation drucken

Erfahrungsberichte von Patienten nach Schönheitsoperationen.

Patienten sprechen über Schönheitschirurgie und deren Auswirkungen auf ihr privates Leben.


Interviewer: Warum haben Sie sich für eine Schönheitsoperation entschieden?

Patientin Frau S.: Ich habe viel über Schönheitschirurgie, also besser gesagt plastische Chirurgie, Kieferchirurgie und Gesichtschirurgie gelesen. Die Zeitungen sind ja voll von Nasenoperationen, Vorschlägen zum Fett absaugen (Liposuction) oder zum Beseitigen von Falten. Einen wahren Boom erleben ja Anti-Aging-Produkte zur Hautverjüngung, zum Beispiel durch chemisches Peeling oder auch die Eigenfetttransplantation. Allerdings habe ich mich dann unabhängig von Zeitungen für eine Gesichtsoperation mit Lidstraffung und die Entfernung eines kleinen Hauttumors entschieden. Verstärkt wurde mein Entscheid noch durch eine Freundin, die sich ein Doppelkinn hatte operieren lassen: Ihr Hals hing einfach etwas zu tief. Ausserdem hatte sie sich ihr knöchernes Kinn vergrössern lassen, also nicht nur verlängern, sondern auch verbreitern. Das Resultat dieser Kieferoperation zusammen mit dem leichten Facelift hat mich total überzeugt. Da dachte ich, da könnte ich ja meine Schlupflider und Tränensäcke auch endlich korrigieren.


Patient Herr M.: Frauen und Männer gehen bei Schönheitsoperationen meiner Meinung nach leicht unterschiedlich vor. Ich habe nichts über Schönheitschirurgie oder Hautprobleme oder Schwierigkeiten mit Zahnspangen gelesen und wusste trotzdem, dass ich einen Chirurgen brauche. Ich habe die Entscheidung für eine Schönheitsoperation völlig allein gefällt. Meine Frau war zunächst überrascht und verstand mich nicht. Mir als Mann war schon seit längerem mein Kinn und meine Nase zu klein. Ich wollte eine Nasenoperation, um eine prominentere Nase zu bekommen. Ich wollte also eine maskuline Nase. Meine war mir zu feminin. Ausserdem war mir mein Kinn zu spitz, deshalb musste eine Kinnoperation her. Warum wollte ich eine Gesichtsoperation? Ich bin sehr körperbewusst, esse nur gesund, trainiere viel und wollte einfach auch mit meinem Gesicht zufrieden sein. Wissen Sie, ich unternehme viel mit meiner Frau, bin beruflich sehr engagiert, lese viel, bin kulturell aktiv – da wollte ich eben nicht nur innen, sondern auch aussen schön sein. Ausserdem hatte ich vor Jahren einen Autounfall, dabei kam es zu einer Gesichtsverletzung, die zu einer Narbe an der linken Wange sichtbar führte

Interviewer: Wie haben Sie Ihren Chirurgen gefunden ?

Patientin Frau S.: Für die Wahl des richtigen Chirurgen habe ich mir Zeit gelassen. Wichtig war mir bei meinem plastischen Chirurgen, dass er Einfühlungsvermögen, Charisma und Freundlichkeit besitzt. Ich habe mich persönlich bei drei verschiedenen Gesichtschirurgen vorgestellt und mich nach Möglichkeiten zur Veränderung von Kinn, Nase, Wange und Ohren informiert. Ausserdem habe ich mir Möglichkeiten zur Hautstraffung auf der Stirn erklären lassen. Ich habe mir ebenfalls die Nachbetreuung oder die Aufenthaltsdauer im Spital erklären lassen. Ich war positiv überrascht, dass nach Gesichtsoperationen nur kurze Spitalaufenthalte nötig sind. Letztendlich habe ich mich für einen Chirurgen entschieden, der fachlich und menschlich überzeugt. Ich war in der Sailerklinik bei Herr Professor Sailer, der bis vor kurzem in der Kiefer- und Gesichtschirurgie Zürich, am Universitätsspital Zürich, arbeitete.

Patient Herr M.: Wie finde ich den richtigen Gesichtschirurgen? Diese Frage kann ich ganz leicht beantworten: Mit mehreren Gesichtschirurgen persönlich sprechen. Professionalität bei einer Schönheitsoperation war mir das Wichtigste. Die habe ich bei Prof. Sailer gefunden. Er mich umfassend und verständlich über Kinnimplantate, Narbenkorrekturen und Gesichtschirurgie im Generellen informiert. Ausserdem hat mich der freundliche Internetauftritt beeindruckt. Auf der Website überzeugt die feine Musik, die vielen, vielen Bilder und die kreative und unerwartete Schönheit. Beeindruckend sind auch die guten Vorher-Nachher-Resultate bei Gesichtsoperationen bei Prof. Sailer.

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Interviewer: Welche Gesichtsoperationen haben Sie dann an sich durchführen lassen?

Patientin Frau S.: Bei meinen leichten Mundfalten hat mir Herr Prof. Sailer zu einer Botoxbehandlung geraten. Das Botox ist super. Weiterhin habe ich mich zu einem Stirnlifting zusammen mit einer Augenlidstraffung entschlossen. Das Stirnlifting hat, wie vom Chirurgen erklärt, meine Augenbrauen erhöht. Ein Facelifting fand ich sei für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig. Ausserdem habe ich mir noch den kleinen Hauttumor, ein Lipom, sowie eine Warze am Ohr entfernen lassen. Drei Altersflecken (Chloasma) im Gesicht und an der Nase habe ich mir per Laser wegmachen lassen.

Patient Herr M.: Bei mir wurden ebenfalls mehrere Gesichtskorrekturen gleichzeitig durchgeführt. Als erstes wurde mein Kinn durch eine so genannte sagittale Spaltung, eine Le Fort I-Operation sowie ein Kinnimplantat mit künstlichem Knochen vergrössert. Der künstliche Knochen ist mittlerweile vollkommen in meinen Kiefer eingewachsen. Ich weiss nicht einmal, ob man die Implantate noch herausnehmen soll, da der Knochen so gut verheilt ist. Weiter habe ich die Narbe an meiner Wange nicht mehr. Durch eine Rhinoplastik wurde meine Nase länger und etwas breiter. Endlich keine Stupsnase mehr! Wissen Sie es gibt Leute, die über Schönheitsoperationen lachen: die haben den Unterschied, wie Leute einen anders anschauen, noch nie erlebt. Dabei merkt gar niemand, dass ich eine Schönheitsoperation hatte. Das ist das Verblüffende an einer guten Kieferoperation! Nur meine Freunde wissen es. Jetzt frage ich mich, ob ich meine Kinder auch zum Gesichtschirurgen schicken soll. Meine Tochter hat ein Lippenbändchen sowie eine Zahnfehlstellung. Und mein Sohn, der wegen abstehenden Ohren gehänselt wird, könnte von einer Ohranlegeplastik profitieren. Übrigens, meine Frau hat sich jetzt dafür entschlossen, sich eine Tätowierung, ein Tattoo, das mit ihrem Exfreund zu tun hat, entfernen zu lassen

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Fragen an Professor Sailer:

Schönheit ist ja das letzte nicht demokratisierte Gut - anders als etwa Werte wie Bildung oder Chancengleichheit, die der Staat garantiert. Vielleicht fühlt man sich deshalb legitimiert, nun auch die letzte Ungerechtigkeit der Natur zu beseitigen?

Ja, jeder hat das Recht sich zu verändern. Unsere soziale Stellung können wir verbessern. Dasselbe wollen wir heute auch mit unserem Körper und Gesicht tun. Weil unsere Welt säkularisiert und sehr diesseitig bezogen ist und wir keine Ewigkeit, sondern nur unsere begrenzte Zeit auf Erden vor Augen haben, ist es natürlich, dass wir diese Zeit so angenehm als möglich gestalten und auch den Prozess der altersbedingten Veränderungen selbst steuern möchten. Ebenso akzeptieren wir unseren Körper und unser Gesicht nicht einfach mehr als gottgegeben.

Kann man unter dem Aspekt der weltweit steigenden Anzahl von Schönheitsoperationen von einer globalen Angleichung der Körper- und Gesichtsbilder sprechen?

Einen Trend nach globalen Körperbildern kann man durchaus beobachten. Ein Beispiel: Noch vor rund fünf Jahren hatten Brasilien und Argentinien, obwohl sie Nachbarn sind, entgegengesetzte Schönheitsideale. Beide Länder sind schon lange regelrechte chirurgische Gesellschaften, sie liegen mit Amerika gemeinsam an der Spitze, was die Anzahl der Eingriffe betrifft. Argentinien hat sich immer als weisses Land verstanden, weshalb sich die Frauen dort die Brüste vor allem vergrössern liessen in Anlehnung der Vorbilder aus den USA oder Deutschland. In Brasilien hingegen war die häufigste Operation bei Frauen die Brustverkleinerung.
Denn Brasilien ist eine Regenbogengesellschaft von Weiss bis Schwarz. Und da eine grosse Brust das Merkmal einer schwarzen Frau war, aber niemand als schwarz gelten wollte, kam es zu dieser Welle von Brustverkleinerungen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Lage ins Brasilien jedoch radikal gewandelt. Inzwischen ist die Brustvergrösserung auch dort der häufigste schönheitschirurgische Eingriff bei Frauen. Das neue Körperbild hat also nichts mehr mit lokalen, sondern mit globalen Voraussetzungen und Idealen zu tun.

Wie sieht es mit Gesichtsidealen aus, können Sie da auch ein Beispiel der steigenden Angleichung nennen?

Da können wir uns am Beispiel Asien orientieren: Dort kann man mittlerweile geradezu von einem panpazifischen Gesicht als Ideal sprechen. Die Chirurgen versuchen dort, Gesichter zu modellieren, die nicht japanisch, chinesisch, koreanisch oder vietnamesisch aussehen, sondern "irgendwie" asiatisch.

Es ist ja augenscheinlich, dass bei internationalen Schönheitswettbewerben ein bisschen Ethnizität im Aussehen nicht schadet ...

... aber eben nicht zuviel davon. Man darf heute zwar griechisch, italienisch, jüdisch oder schwarz aussehen, aber eben nicht allzu jüdisch, allzu schwarz.

Warum idealisiert unsere Zeit jetzt weltweit gerade Frauen mit grossen Brüsten?

Wir leben inzwischen in einer postfeministischen Welt. Frauen sind in der Wirtschaft etabliert und, zumindest offiziell, gleichberechtigt. Deshalb können sie sich wieder weiblicher geben.

Offen bleibt die Frage, ob die Beherrschung des eigenen Körpers und dessen kosmetische Veränderung insgesamt zu einem glücklicheren Leben führen. Immerhin nimmt man bei Schönheitsoperationen hohe Kosten und Schmerzen in Kauf.

Die meisten psychologischen Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass rund 85 Prozent der Patienten noch nach drei Jahren nach dem Eingriff mit dem Resultat zufrieden sind. Dabei kostet eine Schönheitsoperation etwa so viel wie ein kleines neues Auto – und mit dem sind die Käufer nach drei Jahren meist nicht mehr so zufrieden. Also ist das Geld vielleicht besser in einen ästhetischen Eingriff investiert als in ein Auto, was die Zufriedenheit betrifft.

Wenn Erwachsene zum Schönheitschirurgen gehen, mag das wohl für sie richtig sein. Aber die Patienten werden immer jünger. Halten Sie das für akzeptabel?

Nein. Das ist ein grosses Problem. In Japan etwa ist es schon fast üblich geworden, dass sich Mädchen noch während ihrer Pubertät die Brüste vergrössern lassen. Oder Nasenoperationen: ein typisches Geschenk zum 16. Geburtstag bei Koreanern oder Vietnamesen. So etwas ist natürlich äusserst problematisch. Denn welches Verhältnis hat man in diesem Alter zu seinem Körper? Und was bedeutet es, wenn man ein solches Geschenk ausgerechnet von den Eltern bekommt, von denen man sich doch wünscht, dass sie einen so akzeptieren, wie man ist? Aber wenn alle Mädchen sich früh operieren lassen, dann herrscht natürlich ein enormer sozialer Druck.

Wenn man schon so früh mit Operieren beginnt, ist die Gefahr nach einer regelrechten Sucht nach immer neuen Eingriffen nicht gross?

Es gibt natürlich Fälle der sogenannten "Polysurgery", der Sucht nach ständig neuen Eingriffen. Michael Jackson gilt als Beispiel dafür. Solche Menschen sollten besser psychiatrisch behandelt werden. Ein seriöser ästhetischer Chirurg wird nicht immer weiter operieren - schon weil er Patienten behandeln möchte, die mit seinen Fähigkeiten zufrieden sind, und nicht solche, die er niemals zufrieden stellen kann. Persönlich würde ich einen Menschen mit solchen Problemen an einen Facharzt im Bereich Psychologie oder Psychiatrie verweisen.

Dennoch wissen wir aus Erfahrung in allen Bereichen der Marktwirtschaft, dass das Angebot selbst sich die Nachfrage schafft. Ist das nicht auch bei der Entwicklung der ästhetischen Chirurgie klar erkennbar?

Wir wissen, dass Wünsche immer gefährlich sein können und es Möglichkeiten negativer Auswirkungen gibt. Man darf aber deshalb bestimmte Entwicklungen noch lange nicht verbieten. Wie jeder Mensch das Recht hat, zu rauchen oder Extremsportarten zu betreiben, hat er auch das Recht - und heute eben die Möglichkeiten – seinen Körper und sein Gesicht zu verändern. Wobei er dabei natürlich weitaus geringere Risiken eingeht als mit Rauchen oder Extremsportarten.

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