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Schnarchen und Schlafapnoe Professor Sailer, ich habe von einer Freundin gehört, dass ihr Mann so stark schnarcht, dass sie seit diesem Jahr in getrennten Schlafzimmern schlafen. Jetzt habe ich gelesen, dass solche Schlafstörungen sogar lebensgefährlich sein können. Können Sie mir über diesen Zusammenhang etwas berichten? Die Schlafapnoe-Erkrankung, d.h. Atemstillstände während des Schlafens begleitet von starkem Schnarchen, ist eine lebensbedrohende Erkrankung, die viel zu wenig bekannt ist, obwohl die Merkmale auch für den Laien sofort erkennbar sind. Die Patienten sind immer müde und schlafen bei jeder Gelegenheit ein, sogar während des Autofahrens. Eine Vielzahl von Verkehrsunfällen und Arbeitsunfällen sind durch Schlafapnoe verursacht. Der Patient ist meistens sehr unkonzentriert und kann keine Dauerleistungen erbringen, häufig hat er starkes Übergewicht und das Wachstumsmuster seines Gesichtes ist recht typisch, da der Unterkiefer und der Oberkiefer sich meistens in einer Rücklage befinden und die Zunge dadurch zu wenig Platz hat. Es kommt vor allem in Rückenlage zur Blockade der Atemwege. Die meisten Patienten mit Schlafapnoe schlafen daher auf der Seite und können gar nicht in Rückenlage schlafen, da sie sonst ersticken würden. Die lebensbedrohlichen Folgen der Schlafapnoe sind bedingt durch den Sauerstoffmangel im Blut. Dieser führt Nacht für Nacht zum Untergang von Hirnzellen und auch von Geweben anderer Organe, woraus die verminderte Leistungsfähigkeit des Gehirns schon erklärt ist. Durch den Sauerstoffmangel kommt es zu schweren Kreislaufstörungen, zu Hochdruck und oft zum nächtlichen Herzinfarkt oder zum Schlaganfall. Getrennte Schlafzimmer wegen Schnarchens weisen immer auf eine Schlafapnoe-Erkrankung hin. Der Ehepartner erkennt eine Schlafapnoe-Erkrankung sehr leicht daran, dass neben dem massiven Schnarchen auch Atemstopps unterschiedlicher Länge auftreten. Die Schlafapnoe-Erkrankung und andere Schlafstörungen können exakt bei einer Schlaflabor-Untersuchung (Polysomnographie) festgestellt und das Ausmass und der Schweregrad der Erkrankung gemessen werden. Bei der Behandlung der Schlafapnoe-Erkrankung unterscheidet man eine kausale (ursächliche) und eine symptomatische. Die symptomatische Behandlung besteht meistens im Tragen einer Atemmaske, die an einer Maschine angeschlossen ist, durch die ein zusätzlicher Druck beim Atmen aufgebaut wird, damit genügend Luft in die Lunge gelangt. Dadurch wird ein gewisser Überdruck im Lungenraum aufgebaut, der wiederum Komplikationen auslösen kann. Es gibt CPAP-Geräte, die man auf Reisen mitnehmen kann, jedoch vertragen viele Patienten im Laufe der Zeit diese Behandlung mit der umgeschnallten Atemmaske nicht. Eine weitere Behandlung besteht in der Anwendung von Protrusions-Schienen, d.h. prothesenähnlichen Kunststoffgeräten, die den zurückliegenden Unterkiefer in eine Vorbiss-Stellung zwingen. Daraus resultieren häufig schmerzhafte Schäden an den Kiefergelenken durch die Dauerluxationsstellung des Kieferköpfchens und des Diskus im Gelenk. Operationen zur Verbesserung der Nasendurchgängigkeit oder gefährliche Massnahmen mit dem Laser am weichen Gaumen und den Gaumenbogen führen nicht zur Heilung einer Schlafapnoe. Die ursächliche Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe besteht jedoch in der operativen Vorbewegung der Kiefer, so dass Platz für die Zunge geschaffen wird und die oberen Luftwege sich öffnen. Danach kann der Patient normal atmen, bekommt genügend Sauerstoff und meistens wird gleichzeitig damit das Schnarchen behoben. Sämtliche von uns durchgeführten Operationen haben zur völligen Heilung des Schlafapnoe-Syndroms geführt, was durch Schlaflaboruntersuchungen bestätigt wurde. Bei seltenen Fällen mit sehr grosser Zunge (Makroglossie) muss gleichzeitig eine Zungenreduktionsplastik durchgeführt werden. Die Zunge ist dann weniger breit und etwas kürzer, weist aber keine Funktionsstörung auf. Die Patienten erholen sich sehr rasch nach diesen absolut schmerzfreien Routineeingriffen, zumal sie wieder normale Sauerstoffwerte unmittelbar nach der Operation im Blut aufweisen. Ein positiver Nebeneffekt dieser Operation ist es, dass der Patient ein verjüngendes Aussehen bekommt, da die der Schlafapnoe zugrunde liegende Wachstumsstörung mit Rücklage der Kiefer beseitigt wird und sich die Gesichtsweichteile bei der Vorbewegung spannen, vergleichbar einer "umgekehrten" Facelift-Operation. |
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