Behandlung von Zungenveränderungen

Die Zunge kann dieselben Veränderungen aufweisen wie die übrigen Schleimhäute der Mundhöhle und der Genitalien. Bei Operationen an der Zunge müssen ihre Funktionen, also die Beweglichkeit, das Gefühl, der Geschmackssinn, der Schluckakt und das Sprechen berücksichtigt werden. Anlagebedingt kann die Zunge stark vergrössert sein (Makroglossie), so dass das Sprechen gestört sein kann, die Zähne durch Dauerdruck sich verschieben und – besonders gefährlich – sich eine obstruktive Schlafapnoe entwickeln kann, obwohl der Unterkiefer eine normale Grösse hat und nicht zurückliegt. Hier muss dringend eine Zungenverkleinerung erfolgen. Es stehen mehrere Operationsmethoden zur Verfügung, die keine Funktionsstörung verursachen.

Mikrochirurgische Behandlung des Zungennervs

Der Zungennerv wird gelegentlich bei der Entfernung der unteren Weisheitszähne verletzt, sodass die Zunge einseitig gefühllos ist. Auch der Geschmackssinn kann gestört sein. Je früher der durchtrennte Nerv wieder mikrochirurgisch vereint ist, desto grösser sind die Chancen für seine Regeneration. Prof. Sailer verwendet für die Überbrückung eines Nervdefektes den Nervus suralis vom Unterschenkel, wenn eine direkte Vereinigung der Nervenstümpfe des Zungennervs nicht mehr spannungsfrei möglich ist. Der komplizierte Eingriff wird von der Mundhöhle aus durchgeführt.

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