Weisheitszähne

Die operative Entfernung von Weisheitszähnen zählt zu den häufigsten Operationen in der dentoalveolären Chirurgie.

Die Weisheitszähne entwickeln sich erst spät. Sie sind im Röntgenbild meist erst mit 14 Jahren nachweisbar. Bei den meisten Menschen brechen sie erst im Erwachsenalter oder gar nicht durch. Es ist ratsam, Weisheitszähne zu entfernen.

Vorher: Die beiden unteren Weisheitszähne (rote Kreise) sind schräg gewachsen, drücken auf die anderen Zähne und die Wurzeln sind sehr nahe an den Nerven, die für das Gefühl in der Unterlippe verantwortlich sind.
Vorher

Die beiden unteren Weisheitszähne (rote Kreise) sind schräg gewachsen, drücken auf die anderen Zähne und die Wurzeln sind sehr nahe an den Nerven, die für das Gefühl in der Unterlippe verantwortlich sind.

Warum Weisheitszähne entfernt werden sollten

  • Erschwerter Zahndurchbruch (Dentitio difficilis)
    Die häufigste Ursache hiefür sind enge Platzverhältnisse, vorwiegend im Unterkiefer. Der Zahn bleibt entweder vollständig mit Knochen umgeben (impaktiert) oder nur teilweise (teilimpaktiert).
    Bei teilweise durchbrochenen Weisheitszähnen tritt sehr oft eine akute Infektion auf. Es bildet sich eine Tasche unter der Zahnfleischkappe, in der sich Bakterien stark vermehren. Diese Entzündung führt oft zu starken Schmerzen, zu Rötung und Schwellung des umliegenden Weichgewebes und zu Schluckbeschwerden bis hin zu einer deutlichen Behinderung der Mundöffnung.
  • Verlagerte Zähne (Retinierte, Impaktierte)
    Der Platzmangel im Kiefer führt oft zur Achsenneigung des Zahnes. Horizontal verlagerte Weisheitszähne können auf benachbarte Zahnwurzeln drücken und das Absterben des Zahnes hervorgerufen. Ein vertikal verlagerter Weisheitszahn kann eine Sensibilitätsstörung verursachen.
  • Karies, Pulpitis im Weisheitszahn, da die Reinigung oft erschwert ist.
  • Der Weisheitszahn sitzt in der Bruchspalte einer Kieferverletzung.
  • Kieferorthopädische Anforderungen.
  • Prothetische Anforderungen vor einer komplexen Sanierung.
  • Organtransplantationen, da retinierte Weisheitszähne als Herd anzusehen sind.

Was muss beachten werden?

Zu beachten ist, dass die Knochendichte im Unterkiefer ausgeprägter ist als im Oberkiefer. Dementsprechend ist zu erwarten, dass die operative Entfernung im Unterkiefer öfters mit Komplikationen verbunden ist. Der Weisheitszahn weist zahlreiche Variationen sowohl in anatomischer Form als auch in der Zahl der Wurzeln auf. Dadurch ist die Extraktion der Zähne meistens erschwert.
Vor der Operation kann ein langanhaltendes Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen 600) verabreicht werden oder auch eine Analgosedierung (medikamentöse Schmerzausschaltung bei gleichzeitiger Beruhigung). Bei Entfernung aller vier Weisheitszähne in einer Sitzung ist der Vollnarkose oft der Vorzug zu geben.
Häufig ist der Zahn im Kiefer verankert, der Zugang den anderen Molaren und dem Kieferwinkel zu klein oder der Zahn liegt horizontal im Kiefer, so dass es erforderlich ist, den Zahn durchzutrennen.
Entstehender Wund wird durch chirurgische Nähte verschlossen. In Jod getränkte Gase wird zwischen Wund und Lappe platziert. Schmerzmittel und Antibiotikum werden verordnet.

Verhalten nach einer Operation

Coolpack in den ersten 24 Std. Die Mundhygiene erfolgt wie gewohnt. Bei Bedarf sollte eine ganz weiche Zahnbürste benutzt werden. Bei Auftreten von intensiven Schmerzen sollte vorübergehend auf das Zähneputzen verzichtet und stattdessen eine medizinische Mundspülung (0.1% Chlorhexidin) verwendet werden. In Oberkiefer heftiges Schnäuzen und Niesen vermeiden.
Zu vermeiden sind:

  • Milchprodukte
  • Kaffee, Schwarztee, Energydrink
  • Alkohol, Rauchen
  • Vollkornprodukte, Reis
  • Sport, Sauna, Solarium, Sonnenexposition

Prognose

In der Regel erfolgt eine gute Wundheilung und der Eingriff verläuft komplikationsfrei. Nach 3 Wochen ist die Mundschleimhaut vollkommen verheilt.

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